| |
Sixt Hof, Aying
|
|
| |

|
|
| |
Der Sixt Hof, ein heimatlicher Kulturschatz
|
|
| |
Wer einmal den Sixthof in seiner Funktion als Heimatmuseum besucht hat,
dem dürfte die Vorstellung dort einmal zu feiern, wortwörtlich "traumhaft"
erscheinen. Denn anders als in den meisten Heimatmuseen, sind im
Sixthof fast alle Ausstellungsstücke so arrangiert, dass der Eindruck
entsteht, die bäuerlichen Besitzer haben nur für kurze Zeit ihren Hof ver-
lassen und würden bald zurückkehren.
Die einzigartige Atmosphäre dieses im 18.
Jahrhundert erbauten, denkmalgeschützten
Bauernhauses, das zu den ältesten im
Landkreis München zählt, ist eine faszi-
nierende Mischung von spontanem Zu-
hausefühlen und gleichzeitiger "Andacht"
und "Feierlichkeit" angesichts des ehr-
würdigen Gebäudes und der historischen
Einrichtung. Als Besitzer des Sixtschuster-
anwesens wird in den Unterlagen der
Ayinger Pfarrei ein Sixtus Schuster aus-
gewiesen, und zwar über zehn Generationen
hinweg zurück bis ins Jahr 1582. Rund 300 Jahre später, 1873, gründete
ein gewisser Anton Schuster eine Brauerei in Aying, deren Geschäfte,
später geführt durch seinen Sohn Kaspar, wenig Erfolg hatten, sodass
der gesamte Sixtbesitz um 1894 versteigert wurde.
Johann Liebhard, der Gründervater der heutigen Brauerei Aying und
Urgroßvater des Bräus, kaufte den Hof und die zugehörige Brauerei. Bis
etwa 1960 wurde der Sixthof noch als Wohnhaus genutzt, zunächst von
der Zimmererfamilie Lechner, später von Mitarbeitern und Angestellten
der Brauerei und des Brauereigasthofs.
Aus der engen Heimat-Verbundenheit und
traditionellen Bodenständigkeit der Bräu-
Familie entschloss sich Franz Inselkammer
Mitte der 70-er Jahre, den Sixthof als ein
Stück regionaler Kulturgeschichte aus-
zugestalten. Dies geschah auch aus einer
gewissen ideellen Verpflichtung heraus.
Denn, so der Bräu, "... wenn man über so
viele Generationen Brauerei und Besitz
erhalten hat und damit eine Grundlage für
zukünftige Generationen schaffen kann,
muss man einfach dankbar sein...". Passend
zum 100jährigen Bestehen der Brauerei Aying wurde der Sixthof als
Heimatmuseum im Jahr 1978 der Öffentlichkeit übergeben. Seitdem kann
jedermann die eindrucksvollen Räume besichtigen.
Ursprünglich war der Sixthof eine so genannte Hube, ein "halber Hof". Die
heutige Architektur wird auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
datiert. Es ist ein Seitenflurhaus - Wohn- und Wirtschaftsteil sind unter
einem First vereinigt, der Zugang liegt an der "Traufseite", also un-
mittelbar an der Ortsdurchgangsstraße.
Das Wohnhaus ist in Erd-, Ober- und Dach-
geschoss aufgeteilt. Im Erdgeschoss betritt
der Besucher den sog. "Flez", den ge-
räumigen Hausflur, der ihn auf Anhieb in die
vergangene Zeit versetzt. Vom Flez aus
gehts einerseits in die Stube, das Wohn-
zimmer, mit dem obligatorischen Herrgotts-
eck, und zur anderen in die vierzig
Quadratmeter große, vom offenen Feuer
"original-verrauchte" Küche. Von dort aus
wiederum gelangten die Bauersleut ins
Schlafgemach. Recht zweckmäßig, da die
Nähe der Feuerstelle einen angenehm warmen Winkel bildete. Zudem
konnte der Bauer, wenns sein musste, schnell nach dem Rechten
schauen.
Im Obergeschoss gibts die "gute Kammer", ausgestattet mit der
prächtigen Mitgift der jungen Bäuerin. Gleich drei Bettgestelle, das hieß
damals Schlafgelegenheit für bis zu sechs Personen - Töchter oder
Mägde -, beherbergt die "Dirndlkammer". Und auch für die Alten war
gesorgt. Es gibt im Sixthof ein Austragsstüberl und eine zugehörige
Schlafkammer. Das Dachgeschoss ist heute den vielen Gerätschaften
vorbehalten, die für die Bewirtschaftung von Haus und Hof notwendig
waren.
Die hier gezeigten Fotos stellen nur einen
Ausschnitt aus dem mit viel Hingabe zu-
sammengestellten Inventar dar. Eine auf-
wendige kulturgeschichtliche Mission, die in
den Anfangsjahren des Museums der
damalige Braumeister Siegfried Lindner
übernommen hatte. Er war leidenschaft-
licher Sammler und ausgewiesener Kenner
altbairischer Volkskunst. Seine Suche nach
passenden Ausstellungsstücken, die das
damalige bäuerliche Leben authentisch
widerspiegeln, steckte voller Hindernisse,
Sternstunden, Enttäuschungen und auch liebenswerter "Geschichten".
Manchmal, wenn er Glück hatte, konnte er in Naturalien, also mit gutem
Ayinger Bier "bezahlen". Ein anderes Mal waren Verhandlungen auf
"höchster Ebene" mit dem Bräu gefordert. Und manches Stück wurde
auch beim abendlichen Stammtisch "ausgekartelt". Summa summarum ist
der Sigi der eigentlichen "Geburtshelfer" des einzigartigen, teilweise
äußerst kostbaren Inventars.
Heute laufen alle Fäden in Sachen Sixthof bei der Frau des Bräus, Angela
Inselkammer, zusammen. Mit ihrem heimatkundlichem Sachverstand und
zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen gibt sie dem Sixthof das, was ein
lebendiges Museum braucht: hingebungsvolle Pflege, Kontinuität, Wandel-
barkeit und ... Lebensnähe. Gerade von Letzterem sind denn auch
Schulklassen, Reisegruppen, Familien und Einzelpersonen überrascht. Der
Sixthof vermittelt traditionelle Ayinger Bierkultur als Lebensstil über
Jahrhunderte zum "Anfassen".
Öffnungszeiten:
Sonn- und feiertags 13:00 - 17:00 Uhr (Ostern - Oktober)
Eintritt:
Erwachsende 2,- Euro, Kinder ab 7 Jahre 1,- Euro, bis 6 Jahre frei.
Wer´s genauer wissen will:
Eine reich bebilderte Broschüre über das Ayinger Heimatmuseum
Sixthof ist im Sixthof und im Brauereigasthof erhältlich.
|
|
| |
Quelle: Brauerei Aying, Hauszeitung "s´Bräuhaus" Mai 2005,
hierfür herzlichen Dank.
Dieser Webauftritt ist ein Projekt eines Ayinger Bürgers und soll nicht in Konkurrenz zu
der offiziellen Webseite der Gemeinde
Aying stehen, oder sie gar ersetzen. Es soll vielmehr das vorhandene Internetangebot
erweitern und den Ayinger Bürgern eine zusätzliche Internet-Plattform bieten.
Bei allen Fragen, betrefflich der Gemeinde, des Gemeinderates oder sonstigen
Behörden wenden sie sich bitte an die offizielle Webseite www.aying.de der Gemeinde.
Herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Unterstützern dieses Projektes,
insbesondere bei der Gemeindeverwaltung Aying und bei der Ayinger Brauerei.
Mehr Informationen über Aying gibt es auf der Internetseite der Gemeinde Aying.
|
|
|